Die Maske des Menschen

Du erwachst jeden Morgen, du stehst auf obwohl du nicht genau weißt warum. Klar, du musst zur Schule, doch hat das einen Sinn? Und wenn ja, was für einen? Du lebst jeden Tag einfach nur vor dich hin, weil dein Leben nicht mehr lebenswert ist. Du fühlst dich verlassen, verlassen von deinen Eltern, denen du sowieso nichts Recht machen kannst. Eltern, die dir zwar jeden Abend sagen wie sehr sie dich lieben, du aber das Gefühl hast, dass sie es anders meinen. Du spürst einen Stich in deinem Herzen, weil du weißt, dass das nicht stimmt. Du fängst an dir die Schuld zu geben, du fühlst dich schlecht, versuchst mit allen Mitteln ihren Anforderungen gerecht zu werden obwohl du weißt, dass du es niemals schaffen wirst. Du wirst es nicht schaffen, weil du ein Versager bist, der nur dafür da ist den anderen die Luft weg zu atmen, ein Vollidiot, ein Loser, der nichts auf die Reihe bekommt. Dann plötzlich erkennst du, dass dein Leben sinnlos ist und dass du andere nur belastest. Du weißt, dass du nicht mehr Leben willst und beschließt dir dein Leben zu nehmen. Wenigstens das willst du schaffen, doch irgendetwas hält dich auf. Du wirst aufgehalten von einer inneren Stimme, die dir sagt, dass es falsch wäre. Du fühlst immer noch die Kälte, du bist verwirrt. Du erkennst, dass es nur noch eine Hand voll Menschen gibt die an dich glauben und die dich lieben. Aber tun sie das wirklich? Du fängst an ihnen zu glauben, versuchst dein Leben auf die Reihe zu bekommen, doch es fängt alles wieder von vorne an. Du weißt wie sie reagieren, wenn sie mitbekommen wie es dir wirklich geht. Du wendest dich nicht noch mal an sie, denn du weißt, dass du ihnen letztendlich egal bist. Du setzt ein Lächeln auf, sagst du willst spazieren gehen um nachdenken zu können. Aber kaum bist du aus dem Haus fällt die Fröhlichkeit wie eine Maske von dir ab und man sieht deinen wahren Zustand. Doch niemand bemerkt es. Auf deinem Spaziergang kommst du zu einer alten Eisenbahnbrücke. Du möchtest sie überqueren doch irgendetwas bringt dich dazu in der Mitte anzuhalten. Du lehnst dich an das Geländer und schaust nach unten. Die Brücke ist ziemlich hoch und unter dir befindet sich purer Asphalt. Alles liegt ruhig in dem Licht der Abenddämmerung. Du wünschst dir auch diese Ruhe. Ruhe vor deinen Gedanken, Ruhe vor deinen Schuldgefühlen, Ruhe vor dem Gefühl immer wieder zu versagen wie bisher. Du steigst über das Geländer und hältst dich fest. Etwas hindert dich daran einfach loszulassen…was ist es, was dich hindert? Ist es der Gedanke, die Menschen die dir etwas bedeuten nie mehr sehen zu können? Du verweilst eine ganze Zeit in dieser Position und denkst darüber nach. Du willst sterben weil du das alles nicht mehr ertragen kannst, weil du keine Kraft mehr hast um zu kämpfen. Doch du liebst diese Menschen. Mit Schmerzen in deinem Herz kehrst du zurück auf die Brücke. Du gehst nach Hause, du lächelst. Doch sobald du an deinen Eltern vorbei bist, in deinem Zimmer sitzt, alleine, überkommt dich wieder das Gefühl der Traurigkeit, der Wut und vor allem der Verzweiflung. Und am nächsten Tag fängt alles wieder von vorne an. Du stehst auf, lässt alle in deiner nächsten Umgebung glauben du seiest glücklich und sobald du wieder alleine bist, fällt die Maske und du bist ein am Boden zerstörter Mensch, der nicht mehr weiter weiß…Aber du redest mit keinem, weil du glaubst, das jeder diese Probleme hat und das es keine schwerwiegenden Probleme sind mit denen du zu kämpfen hast. Und wenn doch mal jemand bemerkt das es dir nicht gut geht, fängst du an ihn mit Tränen in den Augen davon zu überzeugen, das alles okay ist. Obwohl du anfangen könntest zu weinen. Weil du in solchen Momenten nicht mehr stark sein kannst, weil du einfach zusammen brichst und Angst hast ein weiteres Mal dein Bewusstsein zu verlieren. Du willst einfach alles aus dir raus lassen, doch du hast Angst zu viel zu verraten. Du hast Angst nicht richtig wahrgenommen zu werden. Und genau aus diesem Grund öffnest du nicht gegenüber anderen Personen. Im Gegenteil, du verschließt dich immer mehr, weil du Angst davor hast aufzufliegen. Und das Tag für Tag, immer dasselbe Spiel und damit du dir doch nicht das Leben nimmst, beginnst du Texte zu schreiben. Sie sind wie Freunde für dich. Sie können dich nicht auslachen oder dich nicht missverstehen, du kannst ihnen so deine Gedanken und Gefühle offenbaren, wie du es willst. Du musst dich weder schämen noch unangenehme Fragen beantworten. Du kannst einfach du selbst sein. Du kannst das schreiben was du gerne sagen würdest. Ja, du kannst dich für einen Moment sogar glücklich und frei fühlen. Aber nur einen Moment, im nächsten bricht wieder alles zusammen und es fängt wieder an weh zu tun…

12.6.15 19:46, kommentieren

Erwachsen werden

Erwachsen zu werden, bedeutet Entscheidungen zu treffen, dass sich für etwas zu entscheiden, gleichzeitig auch bedeutet, sich gegen alles andere zu richten, ist das Dilemma einer jeden Generation, und so dünnen wir uns aus.

Talente, Ideen, Träume und Wege werden unscharf und verschwinden, und wir mit ihnen, bis nur noch eine nebelhafte Erinnerung an uns selbst zurückbleibt.

Leben: Die Räume werden enger, wir fallen härter.

T.S. Eliot hat es einmal so formuliert: Was wir den Anfang nennen, ist oft auch das Ende, und etwas zu beenden bedeutet es Neues anzufangen. Vom Ende aus fangen wir was Neues an.

Egal ob jung oder alt, ob Mensch oder Tier, wir alle haben nur ein Leben. Ein Leben, das uns, und anderen in Erinnerung bleibt. Wir selber können entscheiden wie wir leben und wie wir den Menschen in Erinnerung bleiben. Wir selber sind verantwortlich für unser Handeln. Jeder Mensch hat ein Ziel, einen Wunsch oder einen Traum.

Es gibt Sprüche, wie ,,Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“, doch was sagen sie aus? Was soll man machen, wenn es der Traum ist, nicht mehr zu leben?

Es liegt in der Natur des Menschen Fehler zu machen, sich gegenseitig zu verletzen, aber auch füreinander da zu sein. Ja, es stimmt, das Leben kann schön sein, das Leben kann lebenswert sein. Doch es gibt trotzdem viele Schattenseiten. Es sind nicht nur die Schicksalsschläge, die schlechten Zensuren oder die verlorenen Menschen. Nein, es ist auch das Gefühl nicht gut genug zu sein, alles falsch zu machen und nicht willkommen zu sein. Wieso soll man leben, wenn man keinen Sinn mehr darin sieht?

Menschen träumen, lachen und planen. Menschen weinen, zweifeln und morden. Menschen träumen, weil in Träumen alles ihnen gehört. Menschen lachen, weil sie glücklich sind. Menschen planen, weil sie Sicherheiten brauchen. Menschen weinen, weil sie verletzt worden sind. Menschen zweifeln, weil sie enttäuscht worden sind und Menschen morden, weil sie keine Kraft mehr haben. Das alles sind Menschen, Junge und Alte, Männer und Frauen, Glückliche und Verzweifelte. Sie alle sind Menschen mit Träumen und Plänen.

Wenn man jemandem von seinen Problemen, seinen wahren Gefühlen erzählt, gibt man ihm die Macht. Vergleichbar mit einem Krieg. Der Soldat gegenüber will alles tun um zu gewinnen, jedoch will er keinen verletzen. Man gibt ihm die Macht. Benutzt er die richtige Waffe, gewinnt er und rettet das Leben des anderen. Benutzt er allerdings die falsche Waffe, wird er den Kampf verlieren und er hätte ein Menschenleben auf dem Gewissen. Man will es vielleicht gar nicht, man macht es vielleicht auch unbewusst, aber man gibt ihm diese Macht. Doch ist es das was du willst? Andere mit reinziehen? Nein. Du willst alleine dafür verantwortlich sein, was du mit deinem Leben machst. Im Grunde wartest du nur noch darauf, dass dein Versprechen der Vergangenheit angehört.

Mein größter Traum ist es, die Vergangenheit zu verstehen, die Gegenwart zu akzeptieren und die Zukunft zu leben. Der Tod bringt einen  nicht weiter. Vielleicht sind die eigenen Probleme nicht mehr vorhanden, aber man würde neue erschaffen. Probleme, die anderen entweder egal sind oder die sie belasten würden. Um glücklich zu sein, muss man sich trauen, etwas Neues zu machen, etwas zu verändern und auch Risiken einzugehen. Es kann immer wieder etwas in deinem Leben geschehen, das dich sinken lässt. Ein paar Atemzüge am Tag und schon lebt man. So schwierig kann das ja nicht sein. Sie schafft das ja schließlich auch!

Das, was einen letztendlich immer wieder aufhält, sind die Personen, die einem etwas bedeuten. Man kann sie nicht einfach zurücklassen, ohne ihnen vorher gesagt zu haben, was man für sie empfindet und wie wichtig sie einem sind. Es wäre nur ein weiterer Fehler den man begehen würde. Man kann sagen, dass das Leben garantiert nicht einfach zu leben ist. Aber es sind die kleinen Momente die zählen. Momente, in denen man glücklich ist und in denen man lachen kann. Man sollte nie nur das Gesamte betrachten, sondern auch die kleinsten Einzelheiten wahrnehmen.

Das Leben zwingt einen in die Knie, aber man hat die Wahl wieder aufzustehen oder am Boden zu bleiben.

12.6.15 19:39, kommentieren